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Hustle Culture

Habt Ihr schon einmal beim Durchscrollen Eurer Social Media Feeds gedacht „Ich wäre auch gerne so fokussiert und erfolgreich, dabei liege ich nach der Arbeit nur auf der Couch?“ Das fühlt sich nicht schön an. Dass Du Dich gar nicht schlecht fühlen solltest und warum dem so ist, darum soll es heute im Blog gehen.

Wir leben in einer Welt, in der wir ständig dazu getrieben werden produktiv und perfekt zu sein. Man muss stets alles in die Waagschale werfen, um Zielen näher zu kommen. Ein Verschnaufen darf es nicht geben, denn dann gilt man nicht als fokussiert. So heißt es: „Social Media ist Zeitverschwendung. Serien lassen einen verblöden. Ein Snack zwischendurch wirft uns in unserem „Healthy Lifestyle“ um Wochen zurück.“ Viele Ablenkungen und stets kritisch mahnende Augen die uns also umgeben.

Doch sind es wirklich Ablenkungen? Nie war es beispielsweise einfacher, sich Inspirationen und Motivationen zu suchen. Vor allem in den sozialen Medien wird man schnell damit konfrontiert. Es kursieren unter anderem Trends wie „That Girl“, die uns suggerieren, um 5 Uhr aufzustehen und jeden Tag einen Matcha Latte zu trinken und nur Salat zu essen sei die Erfüllung. Die Inspiration ist echt. Der Druck aber auch. Man streut einem mit diesem Trend in die Gedanken, dass dies der ultimative Weg ist ein Leben zu führen. Ist dem aber so?

Motivationscoaches und Entrepreneure erzählen über Ihr trendiges Start Up und wie viele Bücher sie in ihrer Freizeit gelesen haben, um selbiges zu dem Erfolg zu führen, der eben jetzt da ist. Mit dem Schauen von Serien und Filmen wäre das nicht geschehen. Das wird erzählt. „Das ist nichts für Leute, die etwas in Ihrem Leben erreichen wollen.“ Ist dem wirklich so?

Eine Medaille mit zwei Seiten

Wenn man sich lange genug in diesen Bubbles aufhält, da sieht man, dass diese Medaille zwei Seiten hat. Das ein reines durchhustlen nicht wirklich nachhaltig ist. Schnell neigt man dazu, sich zu vergleichen oder sich schlecht zu fühlen, wenn man einen Ausgleich braucht. Das ist es auch, was viele an den „POV“ oder „That Girl“ -Trends bzw. an der Hustle Culture generell kritisieren. Einer meiner liebsten YouTube-Kanäle „Brust Raus“ (hier verlinken) hat vor ein paar Monaten ein Video zu dem Thema produziert, dass die Thematik meiner Meinung nach sehr gut beleuchtet und einen anregt selbst hierüber zu reflektieren.

Ich arbeite ebenfalls in einem Start-up und ja, hier muss ordentlich gearbeitet werden. Wenn ich mir unsere Gründer*innen anschaue und wir in unseren Meetings darüber sprechen, was die Woche über so ansteht, bin ich manchmal überrascht, was Yasmin, Osamah und Martin in einer Woche alles leisten. Und ja, das gesamte Team gibt täglich alles für den Erfolg des Unternehmens. Das Tempo und der Wunsch nach Qualität des Outputs kann schlauchen. Das ist das, was ich in unseren Dailies und vor allem in der Retrospektive mitbekomme. In Letzterem am Freitagnachmittag nehmen wir uns als Team immer viel Zeit, um über die Woche zu reflektieren und uns auszutauschen. Energie in die Arbeit zu stecken ist vollkommen ok. Allerdings ist es das Auftanken auch. Das lernen wir gemeinsam.

Ich schätze diese Arbeitsweise sehr und denke, dass diese Zeit zum Austausch, zum gemeinsamen Spiele spielen und zum Auseinandersetzen sehr wertvoll ist. Dadurch habe ich gesehen, dass beispielsweise auch ein Martin nach einer vollen Woche gerne mal eine Serie schaut, eine Cindy in den eSport abtaucht und sich ein Tom beim Fußball komplett sportlich auspowern kann. Auch ich, die neben dem Job als Social Media Managerin bei DropFriends noch ein Studium zu bewältigen hat, braucht solche Auszeiten. Deshalb stehen neben meiner Zeit vor dem Laptop, mein Sport, meine Hobbys (z.B. Malen) und auch die Entspannung direkt an erster Stelle.

Ich habe gelernt, dass sich aktiv Zeit nehmen kein Zeichen von Schwäche oder Unproduktivität ist. Es ist meiner Meinung nach eine Art Rohstoff den man benötigt, um überhaupt Erfolge erarbeiten zu können. Ich hoffe, mit diesem Blogartikel konnte ich alle Leser*innen hier einmal dazu einladen, eine Runde über sich selbst zu reflektieren. Seht Euch auch gerne das Video an, was ich oben empfohlen habe.