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Working Moms

[Dieser Artikel muss aufgrund der Nennung einer Serienproduktion als Werbung gekennzeichnet werden] „Working Moms“ das ist der Titel einer ziemlich coolen Serie, die mehr kann als einfach nur gut unterhalten. Sie ist einer der wenigen ehrlichen Versuche, den Alltag sowie die Hürden im Leben einer Mutter realistisch zu zeigen. Eine Balance zwischen der Familie und der Karriere, die für die Protagonistinnen gleichermaßen wichtig sind, kann sehr herausfordernd sein. Wir lieben den Ansatz, den die Regisseurin Catherine Reitman mit ihrer Idee verfolgt. Doch wir möchten hier nicht nur eine Serienempfehlung aussprechen. Auch wir haben eine Working Mom bei DropFriends. Deshalb haben wir Sie mal gefragt, wo sie wirklich die größten Herausforderungen beim Arbeiten mit Kind im Homeoffice sieht. Dazu habe ich ein Interview mit Laura geführt.

Alrun: Wie lange hast Du Deine Arbeit pausiert und wie hast Du Dich dafür entschieden?
Laura: Tatsächlich sehr lang, weil ich beide Kinder hintereinander bekommen habe. Ich habe zunächst ein Beschäftigungsverbot für 20 Stunden und dann schließlich ein volles Verbot bekommen. Das ist als Schwangere gar nicht so unüblich. Die Entscheidung wurde mir also quasi abgenommen. Mein damaliger Arbeitgeber ist dann aber leider über Corona insolvent geworden.

Insgesamt war ich ungefähr zwei Jahre aus meinem Job raus. Danach wollte ich auch wirklich gerne wieder zurück ins Arbeitsleben. Wenn man mit 14 Jahren beginnt zu arbeiten und diesen Alltag gewohnt ist, ist das schon eine lange Zeit.

Alrun: Hättest Du gerne weitergearbeitet?
Laura: Das kann ich so nicht sagen. Wenn es so gelaufen wäre wie jetzt im Homeoffice, wäre das Ganze vermutlich erstmal so weitergelaufen. Letztendlich habe ich meine Zeit dann aber auch gut für meine Situation und die Familie nutzen können. So konnte ich mich mehr auf mich und meine Schwangerschaft konzentrieren. Das war mir persönlich sehr wichtig.

Aber irgendwann war ich es auch leid. Ich liebe meine Kinder, aber man darf nicht vergessen: Man ist eben 24/7 Mama. Du brauchst irgendwann auch einfach mal einen Tapetenwechsel. Mein Ehemann ist nach seiner Elternzeit von zwei Monaten wieder arbeiten gegangen und er hatte dadurch eine gewisse Abwechslung, die mir fehlte. Die Sehnsucht danach ist schon sehr groß gewesen.

Alrun: Haben Du und Dein Partner vorher drüber gesprochen, wer arbeitet und wer Zuhause bleibt?

Laura: Also bei der ersten Schwangerschaft hatte ich ja noch einen anderen Job. Da hatten wir kurz darüber nachgedacht, dass es am besten wäre, wenn ich weiterarbeite. Nachdem wir uns intensiver mit dem Thema Elterngeld auseinandergesetzt haben, haben wir uns aber auch alleine schon aus finanziellen Gründen dazu entschieden, dass mein Ehemann in die Arbeitnehmerschaft geht.

Der enorme Vorteil ist außerdem, dass mein Partner in Schichten arbeitet. Viele denken, das sei überhaupt nicht mit dem Familienleben kompatibel, aber das Ganze sieht bei uns dann so aus:

Bei der Frühschicht ist er schon am Mittag wieder zu Hause. Bei der Spätschicht kann er die Kinder ins Bett bringen und von der Nachtschicht bekommen die Kinder eigentlich gar nichts mit. Da bin ich dann eben auch manchmal alleine, aber das ist nicht so wild.

Wenn man das jetzt mit einem 9-5 Job vergleicht, bei dem der Papa es eventuell gerade mal schafft, die Kinder ins Bett zu bringen, dann sind wir wirklich froh über unsere Situation. Auch weil man zwischen den Schichtdiensten eine Woche frei hat. Besser könnte es nicht sein.

Das ist übrigens letztendlich auch der Grund dafür, dass ich überhaupt wieder arbeiten kann. Wir müssen das Ganze natürlich gut absprechen, je nach Schicht, aber das funktioniert bei meinem neuen Job hier bei DropFriends einfach supergut.

Alrun: Wie war der Wiedereinstieg ins Berufsleben für Dich? Und wie lässt sich Dein neuer Job jetzt mit Deiner Familie vereinbaren?

Laura: In meinem ursprünglichen Beruf war es schon sehr schwierig für mich. Im Außendienst gibt es eigentlich nur Vollzeitstellen und das funktioniert als Mama einfach nicht. Ich hatte durch meine Elternzeit zum Glück keine zwingende Notwednigkeit sofort etwas Neues zu finden. Aber ich wollte es. Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass es gar nicht so einfach wird und ich lange suchen werde. Denn wer stellt denn eine Mama mit zwei Kindern ein? Schließlich kann ich nicht garantieren, dass bei Videkonferenzen Geräusche oder Tanzeinlagen meines Nachwuchses zu hören bzw. zu sehen sind. Ihr habt es ja alle mitbekommen, denn ich hatte meine Kinder ja auch schon oft genug im Meeting mit dabei. Ich hatte Sorge, dass das als störend empfunden wird. Zumindest wird einem das in der Gesellschaft doch meist noch so vermittelt.

Martin hat mir aber die Angst nehmen können: „Dann hast du halt deine Kinder dabei, na und?“ Und langsam, jetzt wo ich weiß, dass es auch vollkommen in Ordnung für alle Beteiligten ist, habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet und bin superfroh, dass es klappt.

Alrun: Ich denke an der Stelle merkt man, dass wir noch viel in unserem System zu tun haben. Wir brauchen mehr mutige Mütter, Väter und ArbeitergeberInnen, die hier aufklären und sich mehr trauen. Danke Dir, Laura. Das war ein aufschlußreiches und ehrliches Interview.

Ich hätte das Interview mit Laura sicher noch doppelt so lange führen können, weil das Thema einfach total interessant ist, aber irgendwann sprengt es auch den Rahmen.

Auch im Nachgespräch haben wir festgestellt, dass wir uns beide für die Zukunft wünschen würden, dass auch an anderen Arbeitsplätzen mehr Toleranz gegenüber Müttern herrscht. Wir hoffen sehr, dass sich das in Zukunft noch verbessert und hoffen DropFriends kann anderen Arbeitgeber*innen dahingehend auch ein Stück weit als Vorbild vorangehen.